Einen WordPress Mitgliederbereich erstellen ohne Digimember

Als ich anfing mich mit der Idee eines eigenen Mitgliederbereichs zu beschäftigen, war mir sofort klar, dass ich das doch selbstverständlich allein und selbst und ohne weitere Zusatzsoftware umsetzen wollte. Schließlich gibt es ja für alles und jedes Plugins, richtig? Außerdem benutze ich ein Theme (BRIDGE), mit dem man so ziemlich alles umsetzen kann – so sind z.B Landingpages schon in meiner Themesoftware enthalten.


Als es dann schließlich konkret soweit war, war ich mit der Erstellung meines ersten Online Kurses eigentlich soweit ausgelastet, dass ich nur noch wollte, dass der Mitgliederbereich schnell und vernünftig funktionieren sollte…ab und an stoße ich mit meiner „ich-mach-alles-allein“ Mentalität doch an meine Grenzen.
Also kurz recherchiert und probeweise Digimember heruntergeladen – eine wie ich fand sehr vernünftige Lösung, die auch gut mit Digistore24 zusammenpasst, DEM Zahlungsabwickler in Deutschland.


Aber..


Digimember fügt sich zwar nahtlos in die WordPress Installation ein, aber es ist doch eine neue Software, mit der man sich beschäftigen muss und es kostet Geld, wenn man mehr als einen Kurs einstellen möchte. Auch das mit dem Design entsprach nicht meinen Vorstellungen. Ich war nicht überzeugt und beschloss es doch erstmal selbst zu versuchen…

Meine Anforderungen:

  • der Mitgliederbereich muss privat sein
  • nach Anmeldung kommt der Kunde auf die Startseite der Webseite und nicht ins Backend
  • verschiedene Inhalte können nur von dafür berechtigten Personen gesehen werden
  • jeder Benutzer hat ein eigenes Kennwort -> Forum
  • keine neues Programm lernen
  • personalisierte Anmelde- und Registrierbereiche
  • Landingpage für neue Benutzer mit Infos zur Registrierung

Wie sich herausstellte, konnte ich alle meine Anforderungen mit nur 3 Plugins umsetzen:

 

Der Mitgliederbereich läuft auf einer Subdomain meiner Hauptdomain, so dass ich eigentlich alles umsetzen kann, was ich möchte, ohne dass es meine „richtige“ Webseite tangiert.
Eine Subdomain ist einfach eine weitere Domain, die du dir bei deinem Hoster einrichten kannst. Sie sieht so aus: subdomain.deinedomain.de und kann sofort und ohne großartiges Freischalten genutzt werden. In den allermeisten Verträgen sind Hunderte von Subdomains enthalten (ernsthaft, ich habe 200!). Eine Subdomain kann genau wie eine Hauptdomain behandelt werden. Du kannst darauf WordPress installieren und hast damit eine vollkommen eigenständige Webseite. Subdomains sind auch wunderbar geeignet, wenn du mal ein neues Design für deine Webseite ausprobieren möchtest. Du duplizierst einfach deine Webseite auf eine Subdomain und kannst dann alles ausprobieren, was dir einfällt.

Aber zurück zum Mitgliederbereich…

Für den allgemeinen Look der Webseite habe ich das WP-Theme genommen, das ich auch schon auf meiner Hauptdomain verwende und habe erstmal alle Einstellungen übernommen, d.h. die Webseite sieht im Prinzip genauso aus wie die Hauptseite. Die Landingpage, auf die neue Benutzer direkt von Digistore24 nach dem Kauf geleitet werden und auf der steht, wie und wo sie sich registrieren können, gehört zu meiner Hauptdomain, da die ja ohne vorherige Anmeldung erreichbar sein muss. (Wieso diese Seite nicht einfach über die Suche gefunden werden kann, erläutere ich in einem anderen Artikel)

Bild Mitgliederbereich

Meine Inhalte lege ich Form von Seiten an (ein Kursmodul entspricht z.B. einer Seite), so dass jeder Kurs, den ich entwickle, ein eigenes Menü für den schnellen Zugriff bekommen kann.

Für das weitere Finetuning brauchte ich dann tatsächlich nur 3 Plugins:

Ein Forum mit bbPress, Theme my login für eine private Seite und personalisierte Anmeldebereiche, User acces manager für Berechtigungen der einzelnen Kurse

Bild Forum Mitgliederbereich

Das Forum ist meine Form der privaten Facebookgruppe. Ich kenne mich mit Facebook einfach (noch) nicht genügend aus, als dass ich mich da sicher fühlen würde (gefühlt hat sich jedes Mal, wenn ich mich bei Facebook einlogge, wieder etwas geändert…), außerdem finde ich diese Gruppen einfach sehr unübersichtlich.

Damit der Mitgliederbereich privat bleibt und ich außerdem diese grottenhäßliche nicht so ansprechende Login-Seite von WordPress etwas netter gestalten kann, nehme ich Theme my login. Hier werden für jede der Möglichkeiten wie Anmelden, Registrieren, Passwort vergessen etc. eigene Seiten angelegt, die ich so stylen kann wie ich möchte oder mein Theme zulässt. Außerdem leitet das Plugin jeden Besucher nach der Anmeldung auf eine Seite meiner Wahl weiter, so dass er gar nicht ins Backend meiner Webseite kommt. Super Sache!

Und um sicherzustellen, dass die Besucher nur die Inhalte sehen, für die sie auch bezahlt haben (wenn es z.B. später mal mehr als einen Kurs auf der Webseite gibt) nutze ich den User acces manager. Hier kann ich jeder Seite, auf der ich meine Inhalte darstelle, ein Label geben, genauso wie ich meinen Benutzern ein entsprechendes Label gebe. Easy peasy!

Und die Nachteile?

Nicht verschweigen möchte ich aber auch die Nachteile (wenn man sie denn so nennen will).
Auf jeden Fall brauche ich für jeden Benutzer einen eigenen Benutzernamen und ein eigenes Kennwort – um jedem Benutzer ein Label geben zu können, um einen Zugang auch wieder sperren zu können, wenn ein Kauf rückgängig gemacht wurde und für das Forum. Dieser individualisierte Zugang kann von Digistore24 direkt bereitgestellt werden, wenn man mit Digimember arbeitet. Bei mir ist es nun so, dass die Benutzer sich einmalig auf meiner Seite registrieren müssen und ich diesen Benutzer auch manuell freischalte, nachdem ich kontrolliert habe, dass er auch tatsächlich den Kurs gekauft hat.
Außerdem müsste ich, sollte ich Inhalte erst nach und nach freischalten wollen, dies auch manuell machen. Das macht natürlich nur Sinn bei Kursen, die in einem bestimmten Zeitraum stattfinden. Da mein momentaner Kurs aber so nicht aufgebaut ist, habe ich damit kein Problem. Außerdem ist es ja ein leichtes, Seiten anzulegen und erst später zu veröffentlichen. Also kein wirklicher Nachteil, finde ich.

Mein Fazit:

Vorteil: keine Fremdeinwirkung, keine weiteren Kosten, dank meines Themes sind die Stylingmöglichkeiten der Webseite unbegrenzt (das ist wichtig für mich!), keine neue Software
Nachteil: jeder Benutzer muss sich selbst registrieren und manuell freigeschaltet werden, zeitverzögertes Freigeben von Inhalten müsste manuell gesteuert werden


Eine gute und günstige Lösung für jeden, der einen eigenen Mitgliederbereich anlegen möchte und sich zutraut, eine weitere WordPress Webseite anzulegen (Subdomain) .

Das könnte dich auch interessieren:

1Comment
  • Julia
    Posted at 13:43h, 07 August Antworten

    Danke für den aufschlussreichen Artikel und dem Input!!

    Vielleicht könnte für den Einen oder Anderen auch http://www.coachy.net interessant sein? Du kannst 10x schneller und einfacher zum eigenen Mitgliederbereich für deine Videokurse als mit anderen Lösungen wie WordPress etc.

    Ganz liebe Grüße
    Julia

Post A Comment